HALBSEITENKOPFSCHMERZ
chronische Halbseitenkopfschmerzen

Halbseitenkopfschmerzen werden auch als Hem icrania (Hem ikranie) bezeichnet.

Die einzelnen Halbseitenkopfschmerz-Erkrankungen:

  1. Hem icrania con tinua (HC) (= ununterbrochene Hem ikranie bzw. Halbseitenkopfschmerzen)

  2. chronische parox ysmale Hem ikranie (CPH) (= anfallsartiger Halbseitenkopfschmerz)

  3. Migräne

Natürlich gibt es noch weitere Kopfschmerzarten die einseitig auftreten (z.B. Cluster Kopfschmerz, Raede r Syndrom, Nec k-Tong ue-Synd rom - siehe unten), aber eben nicht ganz bzw. nicht überwiegend halbseitig, so daß sie im eigentlichen Sinne nicht als Halbseitenkopfschmerz bezeichnet werden können.

1) Hem icrania con tinua (HC) (anhaltender Halbseitenkopfschmerz)

Bei der Hem icrania con tinua bestehen einseitige, chronische Kop fschmerzen von mittlerer Intensität. Bei ca. 60% der Patienten kommt es zwischendurch zu Schmerzverstärkungen, die den Grundschmerz dann überlagern. Diese Schmerzverstärkungen können von kurzer Dauer sein, jedoch auch einige Tage anhalten. Während den Schmerzverstärkungen kommt es zu autonomen Symptomen (= unabhängige, selbständige, nach eigenen Gesetzmäßigkeiten ablaufende Krankheitszeichen) wie Ptosis (= Herabhängen des Oberlids), Konjunktivalinjektion (= Rötung der Bindehaut), Lakrimation (= Tränenfluß) und/oder Nasenkongestion (= Anschoppung der Nasenschleimhaut), so daß die Unterscheidung von einem Cl uster-Kop fschmerz schwierig werden kann. 

Bei ca. 15% der betroffenen Patienten tritt die Erkrankung episodenhaft auf, d.h., einer Halbseitenkopfschmerz-Episode folgen schmerzfreie Intervalle von Wochen bis Monate. Bei ca. 32% geht diese episodenhafte Form in einen ständig anhaltenden Schmerz über und bei 53% besteht von vornherein eine kontinuierlicher, anhaltender Halbseitenkopfschmerz.
Ganz selten kommt es sogar zu 
einem Wechsel der betroffenen Kopfseite während des Erkrankungsverlaufes. 

Ätiologie (= Krankheitsursache) und Pathogenese (= Krankheitsentwicklung) der Hem icrania con tinua sind noch nicht sicher geklärt. Neuere Untersuchungen lassen vermuten, daß an dem Krankheitsgeschehen der erste Trigeminus-Ast beteiligt ist.

Therapie bei Hem icrania con tinua:

Als Mittel der Wahl gilt Indometacin (z.B. indomet-ratiopharm®) alternativ das Piroxicamderivat Beta-Cyclodextrin.

Wir sehen hin und wieder Patienten, bei denen Indometacin nicht anspricht. In diesen Fällen hat sich eine intensive therapeutische Lokalanästhesie (Nervenbetäubung) mit einem langwirkenden, örtlichen Betäubungsmittel sehr bewährt. Dabei werden die den Schmerzbereich versorgenden Nerven 1-2 mal täglich an ihren Austrittspunkten blockiert.
Als nächst höhere Therapiestufe kommen wiederholte Blockaden des Gangl ion cervicale superius (= eine vegetative Schaltstelle, hinter dem oberen Rachen gelegen) oder Gangl ion stel latum (= eine vegetative Schaltstelle, im seitlichen Halsbereich gelegen) in Frage.

2) Chronische paroxysmale Hem ikranie (CPH) (anfallsartige Halbseitenkopfschmerzen)

Diese Erkrankung wurde erstmals 1974 beschrieben. 
Charakteristische Merkmale sind
streng einseitig auftretende Kop fschmerzanfälle hauptsächlich im orbitalen (= die Augenhöhle betreffend), supraorbitalen (= die Stir n betreffend) und/oder temporalen (= die Schlä fe betreffend) Bereich und einer Dauer von 2 bis 45 Minuten. Die Schmerzanfälle treten mindestens 5 mal pro Tag auf. 

Die IHS (Internationale Kopfschmerzgesellschaft)-Kriterien verlangen, daß die Diagnose nur dann Bestand hat, wenn während der Attacken mindestens eines der folgenden autonomen Symptome (= unabhängige, selbständige, nach eigenen Gesetzmäßigkeiten ablaufende Krankheitszeichen) auf der betroffenen Seite auftritt: 

Differentialdiagnostisch (= was außer chronisch paroxysmaler Hem ikranie noch an Krankheiten infrage kommt) ist auch bei dieser Erkrankung der Cl uster-Kop fschmerz von Bedeutung. Bei der chronisch paroxysmalen Hem ikranie sind die Schmerzattacken kürzer, treten aber häufiger auf, auch überwiegt das weibliche Geschlecht. Der Cl uster-Kop fschmerz spricht i.d.R. nicht auf Indometacin an.

Therapie bei chronisch paroxysmaler Hem ikranie:

Als Mittel der Wahl gilt auch hier Indometacin (z.B. indomet-ratiopharm®) alternativ das Piroxicamderivat Beta-Cyclodextrin.

Aber, keine Regel ohne Ausnahme, es gibt nicht wenige Patienten, die den IHS (Internationale Kop fschmerz-Gesellschaft)-Kriterien "trotzen" (diese Krankheit wird ja auch als sog. indometacinsensibler Kopfschmerz bezeichnet) und nicht auf Indometacin ansprechen. In diesen Fällen hat sich eine intensive therapeutische Lokalanästhesie (Nervenbetäubung)  mit einem langwirkenden, örtlichen Betäubungsmittel sehr bewährt. Dabei werden die den Schmerzbereich versorgenden Nerven 1-2 mal täglich an ihren Austrittspunkten blockiert. Als nächst höhere Therapiestufe kommen wiederholte Blockaden des Gangl ion stel latum (= eine vegetative Schaltstelle, im seitlichen Halsbereich gelegen) in Frage.

3) Migräne

Am häufigsten tritt ein Halbseitenkopfschmerz in Form der Migräne auf.
Diese Halbseitenkopfschmerzen sind begleitet von Übelkeit bis hin zu Erbrechen, Lärm- und Lichtempfindlichkeit. Darüber hinaus kann es zu Nerven- und Sehstörungen kommen. Fast regelmäßig wird die Schmerzqualität als pulsierend, pochend und hämmernd angegeben. 
Bei den meisten Patienten tritt dieser Halbseitenkopfschmerz stets auf der gleichen Seite auf, bei manchen aber auch wechselseitig. Es gibt aber auch Fälle bei denen der ganze Kop f betroffen ist und so kein eigentlicher Halbseitenkopfschmerz vorliegt.

Ätiologie (= Krankheitsursache) und Pathogenese (= Krankheitsentwicklung) sind bei diesem Halbseitenkopfschmerz letztlich noch nicht sicher geklärt. Nach der IHS-Klassifikation von 1988 gibt es hauptsächlich zwei Gruppen: Migräne mit und ohne Aura. Die frühere Einteilung in einfache, klassische und komplizierte Migräne wurde aufgegeben.

Die einzelnen Migräne -Typen (IHS-codierte Klassifikation )(Göbel 1994) sind:

Migräne ohne Aura

Migräne mit Aura

Migräne mit typischer Aura

Migräne mit prolongierter Aura

Familiäre hemiplegische Aura

Basilaris- Migräne

Migräneaura ohne Kop fschmerz

Migräne mit akutem Aurabeginn

Ophthalmoplegische Migräne

Retinale Migräne

Periodische Syndrome in der Kindheit als möglicher

             Vorläufer oder Begleiterscheinungen einer Migräne

Gutartiger paroxysmaler Schwindel in der Kindheit

Alternierende Hemiplegie in der Kindheit

Migräne -Komplikationen:

             Status migraenosus

             Migränöser Infarkt

Migräneartige Störungen, die die genannten Kriterien nicht erfüllen

Die genaue Klassifikation der Migräne -Kopfschmerzarten ist manchmal nicht ganz einfach, weshalb nachstehend einige Erläuterungen folgen:

Als typische Anfangssymptome einer Migräne (Aura) gelten Sehstörungen, (halbseitige) sensible und motorische (= Bewegungs-) Störungen sowie Dysphasie (= Sprachausdrucksstörungen). Die Krankheitszeichen entwickeln sich i.d.R. über einen Zeitraum von fünf bis 30 Minuten und klingen innerhalb einer Stunde wieder völlig ab.
Eine Migräne mit prolongierter
(= verlängerter) Aura liegt dann vor, wenn zumindest ein typisches Symptom länger als 60 Minuten und weniger als eine Woche anhält.
Bei der familiären hemiplegischen
(= mit einer Halbseitenlähmung einhergehenden) Migräne besteht bei mindestens einem Verwandten (1. Grad) das gleiche Krankheitszeichen.
Bei der Basilaris- Migräne gehen die Kop fschmerzen mit Krankheitszeichen des Gehirns einher (z.B. Schwerhörigkeit, Doppelsehen, sensible oder motorische Störungen, Schwindel).
Nach Göbel (1994) ist es umstritten, ob der Halbseitenkopfschmerz bei der ophthalmoplegische Migräne (Schmerzattacken, die mit einer Lähmung der Augenmuskeln einhergehen) überhaupt der Migräne zugeordnet werden kann.
Gleiches gilt für die periodischen Syndrome in der Kindheit (anfallsartiger Schwindel und abwechselnde Halbseitenlähmung, in Verbindung mit Störungen der Hautempfindlichkeit oder Beweglichkeit sowie vegetativen Krankheitszeichen, möglicherweise sind diese Erscheinungen epileptiformer
(= fallsuchtartiger) Natur).
Bei der "kindlichen Migräne" können auch Bauchschmerzen mit Übelkeit bis hin zu Erbrechen auftreten, gelegentlich auch ein Temperaturanstieg, ohne daß Kop fschmerzen vorliegen.
Bei der retinalen Migräne sind die Kop fschmerzen von einem einseitigen Gesichtsfeldausfall oder gar Erblindung begleitet, was bis zu einer Stunde anhalten kann.
Als Migräne -Komplikation ist der Status migraenosus zu nennen, gekennzeichnet durch eine Dauer der Kop fschmerzen von mehr als 72 Stunden Dauer, trotz Behand lung. Eine weitere Komplikation ist der migränöse Infarkt. Dieser liegt vor, wenn ein ischämischer
(= durch Blutmangel bedingter) Infarkt nachweisbar ist, oder die Aurasymptomatik (= anfängliche Krankheitszeichen einer Migräne) nicht innerhalb von 7 Tagen völlig abklingt.

Therapie der Migräne -Kop fschmerzen: Zunächst muß der Patient eingehend über die Migräne-Erkrankung aufgeklärt und über die Behandlungsmöglichkeiten informiert werden. Auf anamnestisch (= aus der Vorgeschichte) eruierte auslösende Faktoren (z.B. Schokolade, Käse, Rotwein) sollte besonders eingegangen werden. Hinweise auf eine vernünftige Lebensweise sind hilfreich, so z.B. regelmäßige Ruhezeiten, maßvolle körperliche Aktivitäten, möglichst Verzicht auf Alkohol und Nikotin und Vermeidung von Streßsituationen.

Therapie des akuten Migräne-Anfalls: Ganz wichtig ist der Hinweis, daß Analgetika (= Schmerzmittel) möglichst frühzeitig einzunehmen sind, d.h., der Patient darf nicht abwarten, bis das Vollbild des Migräne -Kopfschmerzes eingetreten ist, sondern die Medikamenteneinnahme soll schon bei den ersten Anzeichen erfolgen. Als Mittel der ersten Wahl gilt noch immer die Einnahme von Acetylsalicylsäure (ASS)(z.B. Aspirinâ ) 1-1,5 g. Bei ungenügender Wirkung von ASS empfiehlt sich ein Versuch mit Paracetamol (z.B. ben-u-ronâ ), 1-1,5 g (in Form von Tbl., Saft oder Zäpfchen). Nichtsteroidale Antirheumatika (z.B. Naproxen, Diclofenac, Ibuprofen) sind gegen Migräne ebenso wirksam wie ASS bei vergleichbarer oder geringerer Nebenwirkungsrate. Bewährt hat sich bei einem stärkeren Migräne - Halbseitenkopfschmerz auch die Kombination von 1g ASS mit 1g Paracetamol. Auch ein Therapieversuch mit Metamizol (z.B. Novalginâ ) ist manchmal lohnend.
Ein potentes Therapeutikum bei Migräne- Kop fschmerzen ist der Serotoninagonist
(= Mittel, das dem Gewebshormon Serotonin entgegenwirkt) Sumatriptan (Imigran®). Initiale Dosierung : 100mg zum Einnehmen oder 6mg unter die Haut gespitzt. Bei Wiederauftreten von Kop fschmerzen maximal zwei Verabreichungen in 24 Std. Häufiger wurde über ernstzunehmende Nebenwirkungen berichtet, auch in den Medien. Bei Beachtung der Anwendungsbeschränkungen kann das Verhältnis von Wirksamkeit und Verträglichkeit jedoch als günstig angesehen werden (Tfelt-Hansen 1993). Wegen des relativ hohen Preises dürfte Sumatriptan (gilt auch für andere Triptane) allerdings erst dann zum Einsatz kommen, wenn andere Migräne -Mittel nicht den gewünschten Erfolg bringen. Zwischenzeitlich gibt es weitere Triptane: Zolmitriptan (AscoTop 2,5®,) Naratriptan (Naramig®), Rizatriptan (Maxalt®), Almotriptan (Almogran®), Frovatriptan (Allegro®) und seit 2002 Eletriptan (Relpax®). Zur Behandlung von hemiplegischer, ophthalmoplegischer oder Basilaris-Migräne sind Triptane aber nicht geeignet.
Ergotaminpräparate sind klassische Pharmaka zur Kupierung eines Migräneanfalls, wegen der möglichen Nebenwirkungen jedoch nicht ganz unproblematisch. Die Gefahr einer Gewöhnung und Auslösung eines zusätzlichen Dauerkopfschmerzes steigt mit zunehmender Einnahmehäufigkeit. Aus diesem Grunde sollten pro Woche nicht mehr als 6mg Ergotamintartrat und pro Migräne-At tacke nicht mehr als 4mg eingenommen werden (Göbel, Ensink et. Soyka 1994). 
Grundsätzlich gilt auch hier, daß beim Migränekop fschmerz die Verwendung von Mischpräparaten (z.B. Ergotamintartrat mit Koffein oder Prophyphenazon, Codein, Paracetamol usw.) strikt vermieden werden soll. Auf dieser Therapiestufe kann auch Dihydroergotamin (Hydergin®) i.m. (= in den Mus kel) oder ganz langsam i.v. (= in eine Blutader) versucht werden (1-1,5mg). 
Besonders bei ausgeprägten vegetativen Migräne-Begleiterscheinungen hat sich die zusätzliche Gabe von 1-2 mg Flunitrazepam (Rohypnol®) (= ein Schlafmittel) sehr bewährt, auch unter dem Aspekt, Schmerzmittel einzusparen, zumal die Patienten in dieser Situation ohnehin das Bedürfnis haben, sich hinzulegen.
Werden die Migräne -Kop fschmerzen von Nausea
(= Übelkeit, Brechreiz) und Erbrechen begleitet (evtl. auch schon vor dem erwarteten Auftreten dieser Symptome), ist die Verabreichung von Metoclopramid (Paspertin®) sehr wirksam, zum Einnehmen oder als Zäpfchen bis zu 20mg, i.m. oder i.v. 10mg. Metoclopramid sollte nicht an Kinder unter 10 Jahren verabreicht werden. Es ist vorteilhaft, diese Substanz vor einem Analgetikum (= Schmerzmittel) einzunehmen, weil Metoclopramid die Darmtätigkeit steigert und somit die Resorption (= Aufnahme im Dar m) weiterer verabreichter Substanzen fördert. 
Alternativ kann auch der Dopamin-Antagonist Domperidon (Motilium®) verwendet werden, Tabletten oder Tropfen bis zu 30mg.
Unter stationären Bedingungen, denkbar auch in einem separaten Raum innerhalb einer Praxis, hat sich bei Migräne die Verabreichung einer Infusion (500ml Kochsalzlösung) mit 1g ASS (Aspisol®) kombiniert mit 10mg Metoclopramid (z.B. Paspertin®) und 1-2mg Flunitrazepam (z.B. Rohypnol®) sehr bewährt, bei heftigen Schmerzen zusätzlich 50-100mg Tramadol (z.B. Tramal®).

Die therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel) ist im bereits voll entwickelten akuten Migräne-Anfal l wenig hilfreich. Allerdings kann bei frühzeitiger Durchführung die Symptomatik in vielen Fällen abgeschwächt werden, so daß oftmals Analgetika (= Schmerzmittel) gar nicht oder in weit geringerer Dosierung als sonst üblich eingenommen werden müssen. 
Wir blockieren vorzugsweise mit Bupivacain 0,5% die Nerven supraorbitales (= Nerven an der Augenbraue) (je ca. 0,5ml), occipitales major (= Nerven am Hinterkopf) (je ca. 1ml) und minor (je ca. 0,5-1 ml) und infiltrieren die Schläfenregion beiderseits (je ca. 1-2ml). Obwohl die Migräne-Kop fschmerzen meist nur einseitig auftreten, hat es sich bewährt, diese Behand lung nicht nur auf die aktuell betroffene Kopfhälfte zu beschränken.
Wenn heftige Migräne-Anfälle gehäuft (mehrmals pro Woche) auftreten, sind im Rahmen einer stationären Behand lung schmerzseitige Blockaden
(= Betäubungen) des Gangl ion stel latum (= eine vegetative Schaltstelle im seitlichen Halsbereich) in engmaschiger Abfolge sehr hilfreich.
Artet der Halbseitenkopfschmerz in einen Status migraenosus
(= länger als 72h anhaltender Migräneanfall) aus, so ist dies eine Indikation (= Anzeige) zur stationären Aufnahme. 
Bewährt hat sich die mehrmalige (2-3x in 24 Std.) Verabreichung von 1-2mg Flunitrazepam (z.B. Rohypnol®), initial zusammen mit 40mg Prothipendyl (z.B. Dominal forte®), sowie eine Tropfinfusion mit 100 mg Tramadol, 1g Aspisol® und 10-20mg Metoclopramid. Bei anhaltendem Erbrechen sollte mit der Gabe von Dehydrobenzperidol (z.B. 2,5 mg i.m.) nicht gezögert werden.
Allgemeinmaßnahmen im Migräneanfall bestehen in Reizabschirmung (ruhiges und verdunkeltes Zimmer).

Prophylaktische (= vorbeugende) Therapie der Migräne -Kop fschmerzen:
Nicht immer sind die Patienten bereit, auch im schmerzfreien Intervall konsequent Medikamente einzunehmen, so daß oftmals eine ausführliche Aufklärung erforderlich ist. Eine Migräne -Vor beugung sollte nur dann erfolgen, wenn die Migräneat tacken mindestens zwei mal pro Monat auftreten. Nach Göbel und Soyka (1994) ist die Indikation auch gegeben, wenn im bisherigen Verlauf mindestens zweimal ein Status migraenosus, eine prolongierte (= verlängerte) Aura oder einmalig ein migränöser Infarkt (= Gewebszerstörung in bestimmten Hirnbereichen infolge von Sauerstoffmangel) aufgetreten sind.
Als Mittel der ersten Wahl gelten Beta-Rezeptorenblocker
(= eigentlich Blutdruckmittel, die aber auch gegen Migräne wirken). Allerdings haben nicht alle Substanzen aus dieser Gruppe eine vorbeugende Wirkung auf die Migräne. Relativ sicher wirken Propanolol und Metoprolol (Diener 1989); beide Substanzen werden langsam einschleichend dosiert. Die tägliche Höchstdosierung für Metoprolol (z.B. Beloc®) beträgt 200mg, für Propanolol (z.B. Dociton®) 240mg. Bei Ausbildung nicht tolerierbarer orthostatischer (= den Kreislauf betreffende) Störungen oder einer Bradykardie (= zu langsamer Puls) muß die Behand lung abgebrochen werden (ausschleichend). In der Einschleichphase müssen daher regelmäßige Puls- und Blutdruckkontrollen durchgeführt werden. Die Wirkungsweise der Beta-Blocker in Bezug auf den Migräne-Kop fschmerz ist noch nicht sicher bekannt.
Zur Intervalltherapie des Migräne -Kopfschmerzes eignen sich auch Kalzium-Antagonisten
(= ein Mittel das der Wirkung von Kalzium entgegenwirkt). Flunarizin (Sibelium®) sollte aufgrund einer Bewertung durch das Bundesgesundheitsamt nur bei Patienten eingesetzt werden, die unter häufigen und schweren Migräne-Anfällen leiden und bei denen eine Behand lung mit Beta-Blockern kontraindiziert (= gegenangezeigt) ist bzw. keine ausreichende Wirkung gezeigt hat. Nach einer Studie hat sich Cyclandelat (Natil®) zur Prophylaxe nicht bewährt.
Eine weitere Prophylaxemöglichkeit (3. Wahl) des Migräne -Kopfschmerzes besteht in der Verabreichung von Serotonin-Antagonisten
(= Mittel, die dem Gewebshormon Serotonin entgegenwirken). Pizotifen (Sandomigran®) hat einen hemmenden Effekt auf die Serotonin-Freisetzung im Anfangsstadium der Migräne. Lisurid (Cuvalit®), ein Ergotamin -Derivat, ist ein Serotonin -Partialantagonist. Die Tagesdosis beträgt 0,075 mg. Im Gegensatz zu anderen Autoren (Soyka 1989) wird diese Substanz bei uns kaum verwendet, da bisherige Therapieversuche nicht überzeugt haben.
Zur Prophylaxe der Halbseitenkopfschmerzen bei der sog. menstruellen
(= regelbedingten) Migräne soll Sulpirid (Dogmatil®) hilfreich sein (Thoden 1986). Göbel und Soyka (1994) empfehlen eine "Kurzzeitprophylaxe" mit 250-500 mg Naproxen, vier Tage vor der erwarteten Regel bis drei Tage danach.
Das Derivat der Lysergsäure, Dihydroergotamin (Hydergin®) ist zur Vorbeugung des Migräne -Kopfschmerzes umstritten. So wird es z.B. in anglo-amerikanischen Ländern dafür nicht verwendet.

Wenn der anfallsartige Halbseitenkopfschmerz gehäuft (z.B. mehrmals pro Woche) auftritt und andere vorbeugende Medikamente (z.B. Beta-Blocker) nicht greifen, ist nach unserer Erfahrung bei diesem Halbseitenkopfschmerz auch die therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel) lohnend, besonders wenn sie über 2-3 Wochen unter stationären Bedingungen 2x täglich konsequent durchgeführt wird (Leese r et Hefermann, Schmerzklini k Bad Mergen theim 1990). Dabei betäuben wir, wie zur Akutbehandlung schon beschrieben, die das Kranium (= den knöchernen Schädel) versorgenden Nerven an ihren Austrittspunkten. Ergänzt wird die Behand lung durch tiefe Infiltration der oft verspannten, an die Halswir belsäule angrenzenden Mus kulatur. 
Die Wirkungsweise dieser Therapie ist beim Migräne-Halbseitenkopfschmerz nicht geklärt, vermutlich kommt es zu einer tiefgreifenden neurovegetativen Umstimmung. 
Diese Wirkungsvorstellung ähnelt sehr dem neuraltherapeutischen Konzept, allerdings mit dem Unterschied, daß statt Procain das langwirkende örtliche Betäubungsmittel Bupivacain verwendet wird.

Ergänzende Methoden zur Migräne -Therapie:
Meist werden die folgenden Methoden ergänzend eingesetzt, d.h. als Monotherapie
(= alleinige Behandlung) ist die Wirkung in der Migräne -Behand lung in der Regel nicht ausreichend.
Eine der klassischen Indikationen für die Akupunktur sind Kop fschmerzen, auch Halbseitenkopfschmerzen. Zur Behand lung des Migräne -Kopfschmerzes dominieren Nadelpunkte auf dem Gallenblasen-Meridian, so z.B. die Punkte 3, 17, 40 und 43, zusätzlich das Lenkergefäß 25 in der Mitte der Nasenwurzel (Kossmann et al. 1986). Es sei darauf hingewiesen, daß auch für die Behand lung der Migräne mit Akupunktur (noch) keine wissenschaftlich exakten Ergebnisnachweise vorliegen.
Die transkutane Nervenstimulation mittels Niederfrequenzgenerator über Klebeelektroden (TENS) kann beim Migräne-Kop fschmerz, wenn sie bei den ersten Anzeichen einer Attacke durchgeführt wird, durchaus eine Linderung der Beschwerden herbeiführen, manchmal sogar den Ausbruch einer Attacke verhindern.
Bei vielen Migräne -Patienten fällt auf, daß auch im schmerzfreien Intervall die an die Halswir belsäule angrenzende Mus kulatur, teilweise auch die Schultermuskulatur verspannt ist. In diesen Fällen hat sich die Verordnung von physikalischen Therapiemaßnahmen (Fango, Kältebehand lung) und Krankengymnastik als ergänzende Behand lung bewährt. Manchmal kann auch durch eine manuelle Lymphdrainage im Kop f-/Halsbereich eine deutliche Linderung der Migräne -Kop fschmerzen erzielt werden. 
Zu erwähnen wäre bei Migräne auch die Hydrotherapie in Form von Wechselbädern der Ex tremitäten und/ oder Kneippschen Güssen. Wahrscheinlich beruht der oft zu beobachtende positive Effekt auf einer neurovegetativen Umstimmung im Sinne eines ganzheitlichen Behandlungsansatzes.
Bewährt hat sich bei Migräne auch Biofeedback
(= Registrierung und Rückmeldung bioelektrischer Signale).
Auch psychologischen Interventionen können Migräne -Kop fschmerzen lindern: hauptsächlich Entspannungstechniken, Schmerz- und Streßbewältigungstraining.

Kurze Beschreibung der Kop fschmerz -Syndrome, die zwar einseitig aber nicht halbseitig auftreten, streng genommen also nicht als Halbseitenkopfschmerz bezeichnet werden können:

Cluster-Kopfschmerz (Bi n g-H orton -Kop fschmerz):
Hauptsymptom dieser Kop fschmerzen ist der streng einseitig, in aller Regel periorbital
(= um das Auge herum) oder frontotemporal (= im Stirn-/Schläfenbereich) in Attacken und vorwiegend nachts auftretende Kop fschmerz von unerträglicher Intensität und einer durchschnittlichen Dauer bis zu wenigen Stunden. Überwiegend wird der Schmerzcharakter mit bohrend oder brennend angegeben. Typischerweise, jedoch nicht zwingend, kommt es zu Tränenfluß und Augenrötung, evtl. begleitet von einer Engstellung der Pupille und Verengung der Lidspalte (partielles Horner-Syndrom) sowie Nasenträufeln als Begleitsymptome.

Raeder-Syndrom
Die Kop fschmerzen sind im Versorgungsgebiet des N. ophthalmicus (= oberer Gesichtsnerv) lokalisiert. Die Symptomatik ist dem
Cl uster-Kop fschmerz ähnlich.

Nec k-Tong ue-Synd rom (Nacken-Zungen-Syndrom):
Die Kop fschmerzen treten attackenartig einseitig hinterkopfbetont auf und sind von einer unangenehmen Hypästhesie
(= verminderte Empfindlichkeit) der gleichseitigen Zungenhälfte begleitet. Die Ursache ist nicht eindeutig geklärt, es wird eine Subluxation (= unvollständige Ausrenkung) des Atlanto-Axial-Gelenkes (= zwischen Kop f und Wir belsäule gelegen) vermutet (Bogduk 1981).

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B Bakterielle Arthritis, Bandscheibenschaden, Bandscheibenschmerz, Bauchschmerz (www.bauch-schmerz.de), Bauchschmerzen (1), Bauchschmerzen (www.bauchschmerzen.org)(2), Beckenringsyndrom, Beckenschmerz, Beingeschwüre, Beinschmerz,
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C
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D Dammschmerz, Darmschmerz
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E Eingeweideschmerzen, Eitrige Arthritis, Ellbogenschmerzen, Enddarmschmerz, Engpaß-Syndrom, Enthesopathie, Entzündung, Entzündungsschmerzen, chronischer Extremitätenschmerz
F Fersenschmerzen, Fingerarthrose, Fingerschmerzen, Flankenschmerz, Flanken, Fußgelenkschmerzen, Fußschmerz (www.fussschmerz.com),  Fußschmerzen, Fußsohlenschmerzen, Fußsyndrom
G Ganzkörperschmerzen, Gastritis, Gehirninfarkt, Gelenkkrankheiten, Gelenksarthrose, Gelenksentzündung (www.gelenksentzuendung.de), Gelenkerkrankung, Gelenkserkrankung, Gelenkrheuma, Gelenkrheumatismus, Gelenkschmerzen in der Hüfte, Gelenkschmerz (www.gelenkschmerz.co.uk), Gelenkschmerzen (1), Gelenkschmerzen (www.gelenkschmerzen.org) (2), Genickschmerzen, Genitalschmerz, Geräusche in den Ohren, Gesäßschmerz, Gesichtsneuralgien, Gesichtsschmerz (www.gesichtsschmerz.com), Gliederschmerz (http://www.glieder-schmerz.de), Glossodynie, Gonalgie,
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I Idiopathischer Kopfschmerz,
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K Karzinom, Karzinompatienten, Kephalgie, Kiefergelenksschmerzen, Kieferschmerz, Kniegelenksentzündung,
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L Leibschmerz, Leistenschmerz, Lendenschmerz, Lumbalsyndrom (www.lumbal-syndrom.de), Lymphstauung
M
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Q Querschnittsyndrom
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T
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Z Zeckenstich (www.zeckenstich.com), zentraler Schmerz, Zervikogener Schmerz, Zosterschmerzen, Zungenschmerz, Zystalgie, Zystitis (www.zystitis.net)

Links zu empfehlenswerten Einrichtungen:

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